Estrich Bewehrung zur Sicherheit 2016-11-04T14:30:17+00:00

Estrich
Bewehrung

Eine Bewehrung ist eine Maßnahme zur Sicherung der Dauerhaftigkeit und Gebrauchstauglichkeit der gesamten Fußbodenkonstruktion. Eine Bewehrung, insbesondere bei Zementestrichen zur Aufnahme von Stein- oder keramischen Belägen, kann auftretende Risse und den Höhenversatz der Risskanten vermeiden.

Warum ist eine Estrich Bewehrung wichtig?

Aus Gründen der Nachhaltigkeit und Dauerhaftigkeit sollte bei Zementestrichen und besonders bei schwimmenden Estrichen immer die Notwendigkeit einer Estrich Bewehrung in Betracht gezogen werden. Während des Abbindeprozesses entstehen im Mörtel Spannungen (Schwinden), die unweigerlich zu einer Rissbildung führen. Ohne ausreichende Estrich Bewehrung werden hierbei große Risse (Rissweite und Eindringtiefe) gemessen, die das Gefüge nachhaltig schädigen können (Höhenversatz der Rissflanken) und im Fußbodenbelag, besonders bei Stein- und Keramik Belägen zu sichtbaren Schaden führen. Mit ausreichender Bewehrung werden die Rissbreiten und Risstiefen auf feinverteilte und unbedenklich kleine Risse beschränkt sowie das Versetzen der Rissflanken vermieden.

Estrich Bewehrung

Estrich Bewehrung für
Heizestrich

Besonders sinnvoll ist der Einsatz in Heizestrichen sowie bei Untergründen für keramische und Naustein-Beläge. Wenn man hier das Trocknungsschwinden durch eine ausreichende Faserzugabe um 20 bis 30 % reduziert, verringert sich auch die Gefahr, dass der Heizestrich bzw. der keramische Belag durch Risse beschädigt wird.

Der positive Einfluss von Glasfasern besteht vor allem in einer deutlichen Reduzierung der Schwindrissneigung. In zementären Estrichen kommt es während des Abbindevorgangs zu einer Volumenverringerung, die zu Zwängungsspannungen führt. Da diese Zwängungsprozesse zu einem Zeitpunkt auftreten, an dem der Estrich noch nicht seine Endfestigkeit erreicht hat – vor allem in den ersten fünf Tagen – besteht die Gefahr einer massiven Schwindrissbildung. Glasfasern wirken durch ihre homogene, dreidimensionale Verteilung im Estrichgefüge der Entstehung solcher Frühschwindrisse entgegen.

Das Funktionsprinzip von Faserzuschlägen lässt sich anschaulich an einem einfachen Beispiel erklären: Wenn man aus Lehm einen Ziegelstein formt und ihn an der Luft trocknen lässt, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit schon während der Trocknungsphase zerreißen. Schon in der Antike hat man erkannt, dass sich durch das Beimischen von Stroh oder Häcksel ein Zerreißen des Steins verhindern lässt. Grund: Auch in diesen Stein entstehen natürlich Schwindrisse – allerdings über die gesamte Matrix verteilt. Statt eines großen Risses, der den ganzen Stein zerstört, bilden sich viele kleine Rissansätze, die jeweils nur von einem Strohhalm bis zum nächsten verlaufen. Konsequenz: Das Gefüge bleibt insgesamt erhalten – der Festigkeitsverlust fällt deutlich niedriger aus. Glasfasern bewirken im Estrich im Prinzip den gleichen Effekt.

Weitere Hinweise für frisch verlegtem Estrich finden Sie hier.